Stellungnahme zu unserem Konzert in Regensburg
Im Zusammenhang mit unserem Konzert in Regensburg gab es eine Anfrage von Patrick Guyton, seines Zeichens freier Journalist. Daraus resultierte eine Veröffentlichung in der taz, zu der wir nachfolgend Stellung nehmen.
Sehr geehrter Herr Guyton,
Sie hatten mich um eine Stellungnahme zu unserem Regensburger Konzert gebeten. In der Folge haben Sie diese von mir umgehend am 6.7 erhalten. Ihre daraus resultierende Veröffentlichung habe ich zwischenzeitlich gelesen. Vielleicht interessiert Sie meine Meinung dazu.
Zunächst Danke, dass Sie mich einigermaßen wörtlich zitieren. Allerdings – und das ist äußerst schade – nicht vollständig und journalistisch inkorrekt. Es impliziert, dass ich, aus Gründen fehlenden Urteilsvermögens, (Zitat Guyton: ‘‘Wie geschichtsvergessen und abgestumpft kann man als Peter Maffay sein?‘‘) dort auftrete und mich eigentlich und dadurch mit der Haltung der Seite, die Sie, völlig zurecht, kritisieren und angreifen, solidarisiere. Genau das ist nicht der Fall!
Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Süddeutschen Zeitung. Die geht auf diesen Umstand präzise ein.
Zur Verdeutlichung noch einmal die fehlenden Passagen:
‘‘Unser Konzert ist ein öffentliches Konzert. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich im Publikum auch einzelne Besucher befinden, die sich gesellschaftlich und politisch positionieren wie Frau von Thurn und Taxis. Darauf haben wir keinen Einfluss. Aus diesem Grund aber der Veranstaltung fernzubleiben, käme einer Kapitulation vor genau dieser Positionierung gleich. Das kommt für uns definitiv nicht infrage. Wir können aber – und das tun wir seit Jahren in jedem Konzert – unsere Haltung als Antwort darauf artikulieren.
Unsere Stiftung und Partnerschaften stehen für eine Wertekette, an deren Spitze der Respekt im Miteinander die höchste Rolle spielt. GG Art. 1 hat oberste Priorität. Unsere Einrichtungen stehen Kindern und Erwachsenen offen, ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe, ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.‘
Mit Ihrer Darstellung und Diktion bedienen Sie unnötig Narrative der Diskreditierung (schmallippig, große Silberkette, Ohrring, harter Rocker, alles da). Erinnert mich stark an ‘‘Rucksackdeutscher‘‘, rollendes ‚R‘, etc.
Damit tragen Sie natürlich nicht zur Problemlösung bei, sondern werden selbst zu einem. Warum? Sie spalten die mögliche Einheit derer, die Ihre Sorgen und Bedenken eh‘ teilen. Einen solchen Luxus sollten wir uns nicht leisten. Er gefährdet hochgradig die Bemühungen, unser demokratisches System zu schützen.
Denken Sie, in Ruhe und ohne Groll, über diese Zeilen nach.
Im Übrigen: Ein Feuer löscht man nur, wenn man dorthin geht, wo es brennt. (Rock gegen rechts – Jena 2011. Gemeinsames Konzert mit Udo Lindenberg und Peter Maffay.)
Daran hat sich nichts geändert.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Maffay