CD Kritik: Tattoos von Peter Maffay

Von SimoneundGerd, m (50)
31.01.2010, 18:03

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Die größten Hits neu und mit Orchester interpretiert? Peter Maffay zeigt mit 'Tattoos', dass so etwas nicht peinlich enden muss. Dass in der Musikindustrie die Feste und Jubiläen gefeiert werden, wie sie fallen, ist ja nichts Neues. Insofern nur logisch, dass zum 40. Bühnenjubiläum von Peter Maffay die passende Veröffentlichung nicht auf sich warten lässt. Auf 'Tattoos' präsentiert der ewig aufrechte Deutschrocker seine Hits im größtmöglichen, vermeintlich größtspurigen Rahmen - mit Band und vor allem in Begleitung eines Sinfonieorchesters. 'Reizvoll' und ein 'Spaß' sei die erneute Beschäftigung mit Klassikern wie 'Du', 'Und es war Sommer', 'Über sieben Brücken musst du geh'n' und 'Nessaja'
gewesen, so Maffay. Und auf jeden Fall mehr als eine bloße Verpflichtung gegenüber den handelsüblichen Verwertungszyklen solcher Jubiläen. Man mag und darf es ihm glauben. Ob wirklich alle Fans, wie der Sänger hofft, seine Neuinterpretationen spannend finden, wird sich zeigen müssen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Maffay vor genau zehn Jahren bereits Ähnliches wagte: Auf 'Heute ... vor dreißig Jahren' unternahm er schon einmal eine Zeitreise durch seine Karriere, interpretierte seine Songs in neuem, 'zeitgemäßen', in jenem Fall vor allem rockigeren Gewand. Und nachdem der 60-Jährige natürlich auch jetzt an einigen Klassikern schlicht nicht vorbeikommt, überschneiden sich die Tracklisten zu großen Teilen. Dennoch: 'Tattoos' ist offensichtlich wirklich eine Herzensangelegenheit - und ein wirklich gelungenes Album noch dazu. Maffay erliegt nicht der Versuchung, seine Songs zu allzu pompösen und größenwahnsinnigen 'Rock meets Classic'-Crossover-Sinfonien aufzublasen. Zugegeben, ob es etwa den Kinderchor gebraucht hätte, um das ohnehin durch die deutsch-deutsche Wiedervereinigung zur geschichtsträchtigen Hymne hochstilisierte 'Über sieben Brücken musst du geh'n' noch zusätzlich mit Emotionen aufzuladen, sei mal dahingestellt. Doch wie sich Maffay ansonsten seinen Songs nähert, verblüfft durchaus. Denn der Rocker stellt das Orchester ganz in den Dienst der Songs, 'Sonne in der Nacht' etwa darf ganz der kraftvolle Rocksong bleiben, der er seit jeher war - die Streicher sorgen nur für zusätzliche, nie aber übertriebene Dramatik in Strophe und Bridge. Bestes Beispiel für Maffays Vorgehen ist allerdings 'Du': Mit schmalzigem Orchesterarrangement, inbrünstigem Gesang, vor allem aber hinsichtlich des Gestus, lässt er seinen allerersten Hit als neuzeitlichen, aber fast schon originalgetreuen 70er-Jahre-Schlager wieder auferstehen. Bedenkt man, wie lange Maffay aufgrund dieses Songs mit einem Image als 'Schnulzenheini' kämpfen musste, beweist er hier Chuzpe. Oder hat eben einfach Spaß daran. Erlauben kann er es sich längst.

Quelle: www.monstersandcritics.de



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Kommentare

von knuddel61w am 05.02.2010 um 11:28 Uhr

Danke für den Bericht. ich finde "Tattoo" super gut !!!

von MamaSchnecke am 02.02.2010 um 19:05 Uhr

DAnke für diesen Bericht. Ja Sonne in der Nacht ist einer meiner Lieblingssongs, aber auch Tattoo ist sehr kraftvoll.LG Heidi

von foxi am 02.02.2010 um 15:28 Uhr

Danke,war super,und ich muß sagen das ÜBER 7 BRÜCKEN mir so jetzt durchaus gefällt.
Ich war überrascht und dann total begeistert.

LG Anja

von ErikaP2309 am 02.02.2010 um 13:17 Uhr

Danke für den schönen Bericht, hat Spass gemacht ihn zu lesen.
LG Erika

Peter Maffay
Peter Maffay und seine Band melden sich 2008 mit einem neuen Album zurück: „Ewig“. Es ist nach den beiden Konzeptalben „Tabaluga“ und „Begegnungen“ und drei Jahre nach „Laut und Leise“ wieder eine typische Maffay Solo-CD, entstanden aus  ganz persönlichen Zitaten,  gleichsam textlich wie musikalisch.